Linz im Sommer und im Winter

Eins vorweg – ich mag Linz sehr. Einerseits hat Linz eine mitleidwürdige Häßlichkeit, aber gleichzeitig einen irgendwie protzig anmutenden Charme, dem ich jedes Mal erliege. Linz ist voller junger Leute und vollgestopft mit Kultur und Kunst in allen Formen. Von Moderne bis alten Meistern ist alles da. Moderne Baukunst trifft auf Barock. Rundum Linz gibt es wunderbare Natur mit Bergen und Seen – Ausflüge sind hier leicht geplant.

Die Donau fließt durch die Stadt, aber teilt sie nicht.

Im Sommer sind die Wiesen nahezu überfüllt mit Studenten, Familien, Kindern, Hunden … Ständig joggt oder walkt jemand an dir vorbei.

Da ich es nicht geschafft habe, die Kurzreise des Sommers zu schreiben gibt es nun eine Zusammenfassung vom Juni 2021 und Februar 2022.

Wie schon erwähnt, hat Linz viel Museen, Austellungen und Galerien. Unsere Wahl fiel auf das Schlossmuseum. Es beherbergt das Landesmuseum und gibt Einblicke in die Naturkunde, Kultur- und Kunstegschichte Oberösterreichs. Nach langer langer Zeit war das unser erster Besuch in einem Museum. Zuvor legte Covid ja auch die Kultur lahm. Ich habe es sehr genossen. Vermutlich hätte es auch eine Ausstellung über Putzschwämme sein können – ich wäre beseelt hindurch gewandert.

Nach dem wir ausgiebig durch den Schloßpark gelustwandelt waren und die Aussicht bewundert hatten,

wanderten wir über den Freinberg zur Franz-Josef-Warte. Die 137 Stufen hatten wir schnell erklommen.

Weiter gings über schöne gepflegte Wanderwege, die auch als Laufstrecken ausgewiesen sind zur Stupa. Stupa ist ein buddhistisches Bauwerk.

Sie wird als Kraftplatz oder Glücksort bezeichnet und steht für Frieden, Freiheit und Harmonie. Wenn man sie 3x im Uhrzeigersinn umkreist bringt sie wohl besonders Glück. Leider habe ich das gerade erst erfahren – nun ist mir einiges klar. Aber vielleicht kann ich das ja in diesem Sommer noch mal nachholen.

Zurück am Hauptplatz stiegen wir in die Pöstlingbergbahn um auf den Pöstlingberg zu fahren. Die Bahn ist eine Schmalspurbahn. Sie verbindet den Stadtteil Urfahr mit dem Pöstlingberg. Sie wurde später umgespurt und kann nun auch das Schienennetz der Straßenbahn nutzen. Auf halber Strecke befindet sich der Linzer Zoo. Auf dem Pöstlinberg standen wir natürlich auf der großen Aussichtsplattform und besuchten die Wahlfahrtskirche. Es gibt dort auch noch die Linzer Grottenbahn. Mit einer kleinen Bahn fährt man durch eine liebevoll gestaltete Zwergen- und Märchwelt. Leider blieb uns dieser Genuss wegen sehr starkem Besucherandrang verwehrt, aber Max hatte schon Gelegenheit in diese geheimnisvolle Welt einzutauchen und attestierte „Niedlichkeit“.

Dann musste Julia schon nach Hause und wir zogen nur noch zu zweit los. Auf unserem Programm stand noch der Botanische Garten und Ars Electronica. Beides Absolut sehenswert.

Im Garten gibt es immer mal wieder wechselnde Sonderausstellungen, aber selbst der „“Stammbestand“ ist wunderschön. Die Größe ist gerade richtg, um nicht zu fußlahm zu werden. Leider hatten wir im Sommer kein wirkliches Glück im kulinarischen Bereich und auch im botanischen Garten erfolgte die Bedienung gegenüber uns mehr als widerwillig. Willkommen zu sein fühlt sich anders an.

Das Ars kann man wohl als Museum der Zukunft bezeichnen. Unglaublich, wieviel Technik hier hinein gestopft wurde. Hauptpunkte sind wohl künstliche Intelligenz, Robotik, autonome Mobilität und Gen- und Biowissenschaften. Zahleiche Stationen und Installationen laden zum mitmachen ein. Großes Highlight ist Deep Space 8k. Auf einer 16 x 9 Meter großen Leinwand und einer ebenso großen Bodenfläche gibt es Projektionen, 3 D Animationen und Lasertracking. Bildwelten in 8k Auslösungen rufen viele AAAhs und OOOhs hervor. Wir wurden auf eine Reise zu ISS mitgenommen und rauschten 1x die Streif in Kitzbühel hinab. Leider durften wir wegen Corona nicht im Raum umher laufen und konnten nicht das ganze Spektrum genießen. Aber das können wir ja noch mal nachholen.

Und dann war auch schon Winter…:-)

In diesem Jahr wollten wir eigentlich zu 4. den Donautrail gehen. Leider konnte der wegen den ganzen Corona-Schutz-Maßnahmen nicht stattfinden. Aber nur aufgeschoben, also werde ich im April wieder Gelegenheit haben, über Linz zu berichten.

Skifahren war im Anschluss sowieso geplant und ich entschloss mich, die geplanten 2 Tage Linz durchzuführen. Wer freut sich nicht über Besuch von zu Hause?

Freitag Abend war eigentlich nur noch Zeit für Abendessen und das bekamen wir auch in einem tollen veganen Burgerladen. Dann noch zwei Gin-Tonic im Goldenen Einhorn und ich war reif fürs Hotelbett.

Nach einem extraguten Frühstück und einem Ausflug auf den Sportplatz konnten wir nun endlich Mural Harbor bewundern.

Linz hat ein großes Hafengelände. Naturgemäß befinden sich da auch viele ziemlich häßliche graue Betonblöcke. Beste Grundlage für Grafittis, Mural-Kunst und Streetart.

Mehr als über 300 Schriftzüge (Grafitti) und Wandgemälde (Mural) zieren die Wände aus Beton oder Metall. Der sehr sympatische Michi hatte viele Informationen von den Anfängen in der Bronx bis hin zur heute modernen Live-Performance über die digitalen Medien. Schade, dass mir am Ende so kalt um die Füße war, dass ich garnicht mehr die nötige Zeit vor jedem Kunstwerk verbringen konnte.

Am Abend aßen wir in einem grandiosen Lokal und erlebten die uns eigentlich bekannte Herzlichkeit im Gastronomiegewerbe Österreichs. Unser geplanter Theaterbesuch „Amadeus“ musste leider wegen Krankheit von Amadeus oder einem seiner Mitstreiter ausfallen. 😦

Mit Kartenspielen, bei denen ich wie immer mit wehenden Fahnen unterging, ließen wir den Tag ausklingen.

Der letzte Tag Linz bescherte mir nun endlich meine lange ersehnte BANKSY-Ausstellung. Vorher stiegen wir aber noch einmal auf den Schlossberg und liefen an der Donau Richtung Winterhafen.

Aber dann mein Highlight. BANKSY. Die Ausstellung hat seine Heimat auf Zeit in der alten Tabakfabrik gefunden. Meine Erwartungen wurden voll erfüllt. Weltberühmt und dennoch ein Mysterium macht Bansky mit seinen Werken auf Mistsände aufmerksam und hält der westlichen Welt einen Spiegel vor – A Genius Mind.

Auf dem Rückweg fielen wir noch in eine Bäckerei ein. Wir wurden zwar leidlich satt, zufrieden waren wir nicht. Vor allem was den Kuchen betraf. Man kann nicht alles haben. Dafür wurden wir mit einem grandiosen Theaterstück im Landestheater belohnt. Dort in der Studiobühne gibt es das junge Theater. Auf einem abenteurlichen Weg durch den Hinterhof vorbei an Müllcontainern und ausrangierten Kulissen gelangten wir in einen Theatersaal. Hier wurde Sergej Gössners „Mongos“ gegeben.

Kurzfassung: Ikarus und Francis treffen sich in einer Rehaklinik . Beide sind körperlich eingeschränkt. Ikarus sitzt im Rollstuhl und Francis hat MS. Beide freunden sich an und gehen ein Stück des Weges gemeinsam. Original-Programm-Text: „Ein großartiges Theaterstück über Freundschaft, Liebe, Erwachsenwerden, verpasste Gelegenheiten, Vorurteile, Selbstmitleid und die Akzeptanz der eigenen körperlichen Einschränkungen“. Am Ende hatte ich ein kleines Tränchen im Auge. Einfach sowas von grandios. Hab mir gleich das E-Book gekauft.

Zum Ausklang gabs noch Pizza und Pasta und dann war Linzer Winter schon Geschichte. Morgen gehts nach Schladming zum Skifahren.

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