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Eigentlich wollte ich Dir heute erzählen, dass es mir im Moment ganz gut geht. Aber ich trau mich nicht und vermutlich ist es auch besser so. Wenn ich über dieses gut gehen so nachdenke, scheint es mir auch nicht wirklich so zu sein.

Früher hätte ich mich höchstens geärgert, wenn mein neuer Staubsauger kaputt geht. Heute ordne ich solche Dinge nur noch in eine Katastrophen-Rangliste ein.

Ich schlafe im Moment gut und auch mehr, aber wenn ich aufwache, fühle ich mich nicht wach. Eher in so einer „Halbwelt“. Ich hänge immer noch zwischen den Welten in so einer Art Blase. Manchmal klettere ich raus und lande im hier und jetzt oder eben in dem ganzen kaputten Mist. Das Perfide ist, ich kann nicht mal sagen, wo es mir besser gefällt. Wenn ich leide, fühle ich mich dir viel mehr verbunden, aber schlecht. Körperlich und seelisch. Leide ich nicht, zerrt das schlechte Gewissen an mir, aber es geht mir körperlich besser. Wofür soll man sich entscheiden?

Manchmal habe ich das Gefühl, an so einem Glücksrad zu stehen. Als Preise stehen da aber keine Gewinne sondern all die Sachen die mir ständig passieren. Unfälle, Trauer, Depressionen, körperliche Schmerzen, kaputte Dinge, geklaute Sachen. Ich will da nicht dran drehen, aber ich muss. Da ist ja auch die klitzekleine Hoffnung, das mal ein „Gewinn“ dabei ist.

Ich weiß nicht, ob ich dem Leben noch mal so richtig vertrauen kann. Ich wurde einfach auf das übelste betrogen. So fühlt es sich an. In Sicherheit gewogen, wurde ich einfach aus dem Boot geschubst. Schwimm, oder geh unter. Manchmal schaffe ichs ins Rettungsboot und vielleicht auch ziemlich dicht an Land, aber da ist kein Anker. Ich treibe immer wieder weg und wenn Wellen kommen, falle ich wieder raus.

Tausend Worte fallen mir ein, meinen „Zustand“ zu beschreiben, aber keins was mich heilt.

All die kleinen und größten Katastrophen halten mich davon ab, mich mit dem größten Unglück auseinander zu setzen. Viellleicht ist diese Ablenkung gut, bis der Schmerz nicht mehr so scharf ist, aber vielleicht ist es auch falsch, weil ich mich irgendwo noch mit dem 08.03.2018 auseinandersetzen muss, um das alles irgendwie „einzuordnen“.

Ich hoffe, du schickst mir bald wieder Sonnenschein, dann geht es meiner Seele etwas besser.

Komm, wir gehen noch mal auf Start und machen alles noch mal genauso, nur diesen beschissen Tag, schneiden wir aus dem Kalender. Wer braucht schon einen Frauentag, wenn er dich behalten kann?

 

 

 

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