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Heute morgen war ich wieder laufen und ich glaube, Sportler zu sein, hilft beim kämpfen. Auch wenn man aufgeben möchte, die Sportlerseele ist gegen aufgeben, rennt immer vorwärts, auch wenn man das manchmal gar nicht will. Immer rann an die Grenze. Die Grenze rückt weiter und man kann wieder ein bisschen mehr.

Im Moment fühle ich mich jeden Tag ein klitzekleines, kaum messbares bisschen freier von der Trauer und dem Schmerz, aber nicht vom Vermissen. Ich glaube schon, dass das nie ganz weggehen wird.

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Nun ist es genau 2 Monate her. Ich hatte etwas Bange vor dem Tag. Wahrscheinlich wird mich jeder 8. etwas erschrecken. Und es war wieder ein langer Sprechtag im Büro. Als ich nach Hause kam, war da niemand, obwohl du doch Dienstags immer hier in deinem Büro gesessen hast und mich begrüßt hast. Manchmal haben wir noch einen Kaffee oder Cappuccino getrunken und kurz über den Tag gesprochen, über Pläne, die Woche, die Kinder. Aber heute war da niemand. Es rief in mir wieder dieses Gefühl von Verlassenheit in mir wach, welches in dem Haus war, als ich am 08.03. nach Hause kam und irgendwie spürte, dass was nicht stimmt. Die Erinnerung treibt mir eine Welle von Schauern über die Haut, mein Schultern verkrampfen sich und ich will die Gedanken aus meinem Kopf schütteln.

Aber doch bin ich ganz gut wieder aus dem Loch gekommen, es war eher so ein Stolpern kurz vor dem Abgrund. Ich konnte mich fangen und abwenden. Geht es jetzt vielleicht doch in mein neues Leben oder gibt s da irgendwo ein Gummiband, was wieder zurück schnippst, wenn ich unaufmerksam bin?

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Im Moment fühle ich mich schon mächtig gefordert. Ich muss ständig arbeiten. Quasi muss ich ja zwei Leben bedienen. Unser altes, was ja noch nicht fertig war, muss ich Stück für Stück in die Erinnerungsabteilung verschicken. ordnen, sortieren. Dabei muss ich aufpassen, nichts wichtiges zu vergessen. Und dann ist da das neue Leben, was ich ja nicht wollte, aber nun nehmen muss. Ich muss es gestalten, planen und leben. Dabei darf ich mich nicht aus den Augen verlieren. Es ist ein Spagat, aber so gelenkig war ich nie. Es geht also nicht ohne Schmerz.

Immer wenn mich Leute fragen, denke ich nach, wie es mir geht. Aber ich finde keine Antwort. Ich weiß tatsächlich nicht, wie es mir geht. Es gibt dunkle Tage und es gibt heller. Welche mit viel Arbeit und welche mit wenig zu tun. Es gibt welche mit Lachen und es gibt welche mit Tränen. Es gibt keinen ohne dich. Aber wie es mir geht, weiß ich nicht. Ich lebe.

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