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Heute war wieder so ein „Nie-wieder-Tag“.  Eigentlich begann er gar nicht so schlecht. Ich habe zwar nicht besonders geschlafen aber trotzdem war ich nicht schlecht drauf am Morgen. Zu lesen habe ich auch angefangen, aber es macht noch nicht wirklich Spaß. Vielleicht liegt es am Buch.

Das Wetter wurde immer schlechter und mit ihm mein Gemütszustand. Ich liege auf der Couch und wünsche mir so sehr, das die Autotüren, die draußen klappen, deine sind, das quietschende Gartentor unseres. Das die Schritte, die nur ich im Flur höre, deine sind, dass du herein kommst. Mit einem Lächeln „Hallo Häschen“ rufst. Es gibt so vieles, was ich vermisse, aber das gehört zu den Sachen, die mir am meisten fehlen. Die bekomme ich in keiner Form wieder. Ich habe Fotos angeschaut für deine und unsere Galerie. Es ist nicht nur schön, sondern tut auch verdammt weh. Ich ahne, dass ich das hier alles überstehen werde, aber zu welchem Preis? Ich habe mir dieses Leben nicht ausgesucht, ich möchte es zurück schicken. Es ist nämlich kaputt. Es funktioniert nicht richtig. Wie kann so ein Schmerz denn richtig sein? Wer programmiert denn solche Fehler?

Ich will nicht mehr weinen, das hilft mir nicht. Es gibt nichts zu reinigen oder zu spülen. Alles, was an Gefühl für dich in mir ist, gehört dahin und soll da sein. Den Schmerz kann kein Scheuermittel der Welt wegputzen.

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An manchen Tagen wache ich mit einer Erkenntnis auf oder schlafe mit einer ein. Heute bin ich aufgewacht und habe erkannt, dass mich das Allein-sein gar nicht so kaputt macht. Eigentlich war ich ja auch immer gerne mal alleine. Natürlich immer unter dem Gesichtspunkt, dass du oder die Kinder mich aus dem Spieleparadies meiner Gedanken abholen.

Viel schlimmer ist die immer wieder aufploppende Erkenntnis, dass du all die schönen Dinge, die ohne Zweifel passieren werden, nicht mehr so aktiv miterleben kannst. Du bist Zuschauer aus einer fernen Welt geworden. Du kannst dich mit uns freuen, aber wir sehen das nicht, da ist immer nur fühlen. Der Garten blüht auf, das Wetter ist toll – immer sind da Momente wo man denkt, dass gefällt dem Ingo. Aber ich kann nicht sehen, ob du dich freust. Ich hoffe es einfach sehr.

Ich fühle, dass du immer da bist, aber ich habe Angst vor dem Moment, wo ich denke, dass ist alles Quatsch. Ich hoffe so inständig, dass dieser Moment nie kommen mag. Ich will daran glauben, dass wir uns eines Tages wieder sehen.

Aber vielleicht würde ohne diesen Wunsch endlich Ruhe in meine Seele einkehren. Vielleicht muss ich dich noch einmal loslassen. Vielleicht, aber erst irgendwann. Jetzt halte ich dich fest, so stark und so lange ich kann.So lange unsere Liebe noch stark genug ist, uns aneinander festzuhalten, gebe ich dich nicht gänzlich her.

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