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Die Einsamkeit beißt mich ganz schön. Ich räume hierin, sortiere dorthin und eigentlich tu ich doch garnichts. Mir ist, als würde ich unser Haus, mein Leben vonb dir frei räumen. Dabei sortiere ich nur das wichtige vom unwichtigen. Was sind schon Klamotten gegen die Erinnerungen dan dich? All die vielen Gemeinsamen Stunden. Jedes Lachen, jede Träne, jeder Kuss, jeder Streit, jede Versöhnung, jeder Weg – jeder Moment war es wert. Nichts ist wertvcoller, was wir als Paar und als Familie hatten.

Gibt es für Vermissen eine Maßeinheit? Wie wiegt man eine Menge, die man nicht sehen nur fühlen kann?

Auf einer Zeitschrift steht „Genießen sie den Sonntag!“ Es fühlt sich an wie eine Ohrfeige.

Bald werde ich Samstags auf den Markt fahren, nur um dir näher zu sein. Ich will so sein wie du – klug, ausgeglichen, verständnisvoll, locker flockig – so ein feiner Kerl eben.

Heute ist Donnerstag. Ich mag keine Donnerstage und Sonntage.

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Wenn ich von dir erzähle, und das tue ich wirklich gern, dann werden immer alle so traurig. Dabei würde ich doch so gerne mit den anderen über dich Spaßvogel lachen. Ich weiß nicht, ob die anderen Angst vor meiner Trauer haben oder sie ihre eigene blockiert.

Deine Männer haben die Sachen abgeholt. Oh, das tat sehr weh, ja. Aber es war auch ein Gefühl von Heim gehen. Du bekommst nun deine Sachen.

Weißt du noch, wir haben in letzter Zeit häufig darüber gesprochen, dass ich mir meinem Beruf nicht mehr so glücklich bin. Irgendwas sollte sich ändern. Das du gehst, war nicht der Plan. Ich kann dich aber nicht zurück holen um den Irrtum zu korrigieren. Es gibt Moment, da denke ich, jetzt habe ich es verstanden. Aber dann kommt dieses ungläubige Erwachen, diese Erkenntnis,m dass das nicht zu verstehen ist. Ich will das nicht annehmen, aber ich muss. Aufgeben ist keine Option.

Es ist so ruhig im Haus., dabei ist noch nicht mal Abend. Max habe ich heute nach Dresden gebracht. Jetzt bin nur noch ich hier. In Dresden war es schön. Wir haben es endlich geschafft in den Tierpark zu gehen. Überall die Pärchen zu sehen, war für mich schwer aushaltbar. Heute vor einem Monat bist du für immer weg gegangen. Tut dir die Trennung auch so weh? Weißt du, mich schmerzen gar nicht all die Sachen, die wir jetzt ohne dich erleben, sondern die, die wir immer zusammen gemacht haben. Spazieren gehen und an der Hand halten, sich einfach mal so einen Kuss geben, sich anlachen.

Obwohl wir ja ein gemeinsames Leben hatten, hatte jeder von uns auch sein eigenes Leben. Aber wir hatten Rituale. Heute Abend sitze ich alleine beim Tatort.

Ich überlege, ob ich nun nur noch ein Handtuch anhänge, nur einmal Bettwäsche kaufe, wie klein mein neuer Geschirrspüler sein muss.

Wenn ich morgend erwache, schaue ich nie mehr in deine Augen oder kann dir beim schlafen zuschauen, wenn du so lustig pustest beim Ausatmen……… Hat mich das manchmal genervt. Bitte, bitte nerv mich.

Schnarche, riech an deinen Socken, mach all die ollen Sachen, die ich nicht mochte, aber sei wieder bei mir.

Komm einfach zur Tür rein, sag dass dein Handy kaputt war, du dich verlaufen hast oder in geheimer Mission unterwegs warst. Ich wünsche mir so sehr, dass die Flurtür aufgeht und du „Hallo Häschen“ rufst, dann macht mein Herz einen kleinen Hüpfer, du gibst mir einen Kuss und wir trinken eine Tasse Kaffee. Kaffee ist da,nur du kommst nicht heim.

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