8. Tag – Hoch hinauf und auf dem Hintern wieder runter

Heute hieß es erstmal früh aufstehen. Da ich ja eh nicht besonders gut schlafe – kein Problem. Aber wenn man muss, macht es doch weniger Spaß . Wir mussten heute früh erstmal nach Kempen, um unser Auto mit einer neuen Frontscheibe versehen zu lassen. Die waren dort wieder sehr nett und wir bekamen den ersten Kaffee des Tages und einen Leihwagen.

Unterwegs versicherte uns der Wetterbericht, dass Sturm und Regen erst am späten Nachmittag zu uns kommen würden. (An der Stelle möchte meine Tochter allerdings betonen, dass sie uns vor Sturmböen auf dem Gipfel gewarnt hat. Dazu aber später mehr).

Also auf ging’s, zu unserer großen Tour zum Gaishorn in 2000m Höhe.

Da wir den Wanderbus zeitlich nicht ganz geschafft hatten, fuhren wir mit dem Auto nach Tannheim. Dort fanden wir ein schöne kleine Kapelle und eine Grotte.

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Auf einem etwas breiteren Wanderweg ging es an einem kleinen Wasserlauf Richtung Untere Rossalpe.

Julia fehlte anfangs noch ein wenig Motivation, das sollte sich bald legen. 😱

Langsam wurde der anfangs entspannte und wunderschöne Weg immer steiler.

 

Doch nicht nur der Weg wurde anstrengender, sondern auch das Wetter verhieß nichts Gutes. Es kam Wind auf und Wolken schoben sich zusammen.

Ich war ja angesichts des Wetterumschwungs dafür nach unten zu gehen, aber da hatte ich die Rechnung ohne meine verrückte Familie gemacht. Die wollten hoch. Hoch zum Schnee. Ja, auf 2000 m lag bereits vereinzelt Schnee.

Auf einem schmalen Weg, wo es uns schon recht heftig durchpustete, arbeiteten wir uns nach oben. Wenigstens konnte ich vor dem Aufstieg noch eine kurze Rast aushandeln.

Aber lange saßen wir nicht, denn inzwischen regnete es schon recht heftig. Ich fluchte innerlich so vor mich hin, dass ich gar keine Zeit hatte, mich mit dem nicht einfachen Weg auseinanderzusetzen. Ich stapfte einfach ziemlich wütend vor mich hin.

 

Es wurde immer stürmischer und kälter. Endlich, nach 3 1/2 Stunden waren wir oben und flogen fast wieder runter. Hier zeigte uns der Bergwind wer der Herr ist. Schnell noch zum Gipfelkreuz Beweisfotos machen und wieder abwärts.

 

Ich war hoch erfreut, dass wir runter eine andere Route nahmen, denn auf dem gleichen Weg hätte ich mich wohl von der Bergrettung abholen lassen. Die Freude währte aber nicht lange, denn durch den Regen der letzten Tage hatte sich der Berg in eine pampige Rutschbahn verwandelt. Wir landeten mehrmals auf dem Hosenboden. Inzwischen waren wir durchnässt bis auf die Haut. In den Schuhen sammelte sich das Wasser, die Hosen bzw. Beine standen vor Dreck. Meine Hose wurde gefühlt immer länger an den Beinen. Es war nicht lustig. Obwohl es eigentlich ein sehr schöner Weg ist. Mit Wiesen, Wasserfall und Schäfchen.

Endlich hatten wir den Vilsaplsee, denn wir von oben lange vor Augen hatten, erreicht und damit eine Alpe. Nach dieser Anstrengung von 6 1/2 Stunden kam mir eine Speckknödelsuppe gerade recht. Eigentlich esse ich ja kein Fleisch, behaupte aber nicht ein Vegetarier zu sein. Deswegen konnte ich diese Mahlzeit mit meinem Gewissen und vor allem meinem durchgefrorenen Körper gut vereinbaren.

Ingo machte sich nach einem Kakao mit Rum gleich auf den Weg zum Bus, denn er musste ja noch unser Auto abholen. Wir gingen eine viertel Stunde später etwas gemächlicher los zum nächsten Bus. Der Vilsalpsee ist sehr schön, es gibt nur ein Hotel, der Rest ist Weideland. Leider hatten wir in strömenden Regen nicht viel für Romantik über. Der Bus kam pünktlich und so fuhren wir wieder nach Tannheim. Von da aus nahmen wir den Wanderbus nach Haldensee. Wir losten unterwegs aus, wer zuerst unter die heiße Dusche darf und was wir wann essen würden. Tja, und dann standen wir vor verschlossener Tür und unsere Hoffnungen auf warmes Wasser und eine stärkende Mahlzeit wurden zerstört. Unsere Vermieter waren offenbar nicht zu Hause und die Tür war im Gegensatz zu sonst abgeschlossen. Nach fünf Minuten kamen zum Glück ein paar Bewohner zum Spazieren raus und so überstanden wir auch die letzte Hürde vor unserem verdienten Feierabend.

Lob des Tages: Feiert den Erfinder der Warmwasserversorgung.

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