5. Tag – Tannheimer Hillclimb

Wettkämpfe sind ja an sich schon eine aufregende Sache. Man überlegt, was man anzieht, was man mitnimmt, was man isst, wo eine Toilette ist, ob es Umkleideräume gibt – kurz man versucht alles gut zu planen. Nur bei einem ist man machtlos – dem Wetter. Ich war, leider wie immer, reichlich früh wach und der Blick  aus dem Fenster verhieß nichts gutes. Es regnete in Strippen. Aber es half ja nichts, wir wollten ja laufen. Also Regenjacke an und bei frischen 6° los marschiert. Wir mussten nur in den Nachbarort nach Grän und dazu nutzen wir den Wiesenweg gleich zum Einlaufen. Im Hotel Engel war Treffpunkt und Ausgabe der Startnummern. Die netten Herren der Feuerwehr sammelten alle Sporttaschen und Rucksäcke ein und brachten selbige zur Bergbahn. Unser Gepäck hatte das große Los gezogen; es wurde nach oben gefahren.

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Pünktlich 10:30 Uhr fiel der Startschuss für etwa einhundert Läufer und Nordic Walker. Wegen dem Wetter wurde die Strecke leicht entschärft und so ging es statt über eine Wiese in den Wald auf einen breiten Forstweg. Ich wechselte recht bald vom Laufen in flottes Gehen. Solche Anstiege sind wir einfach nicht gewöhnt und lassen sich in unserem flachen Land auch schlecht trainieren. Wo es etwas flacher wurde, lief ich aber auch. Max und Ingo habe ich schon nach 100m nicht mehr gesehen, Julia konnte ich hinter mir immer noch sehen. Trotz aller Anstrengung war ich schon recht erstaunt, als ich auf meine Uhr sah und schon 2,5 km hinter mir lagen. Dann kam endlich der Kletterabschnitt. Hier ging es quasi über Stock und Stein. Teilweise recht steil. An der alten Gessenwang Alm gab es dann Wasser. Durst hatten wir zwar nicht, aber so ein Halt war schon schön. Die vier Kühe 🐄, die dort grasten, behielt ich genau im Auge. Sehr optimistisch meinte einer der Wasser-Helfer ich würde noch 20 Minuten brauchen. Er sollte sich verschätzen.

Berglauf
Laufstrecke (Zeit von Julia)

Aber weiter ging’s durch den Wald. Hier gab es einige Brücke zu überwinden, die zum einen teilweise lädiert und zum anderen recht rutschig waren. Aber auch das ließ sich gut meistern. Weiter ging’s durch Matsch und Pfützen.

Bei dem Lauf waren auch viele Nordic Walker dabei. Die waren mit ihren Stöcken bei meinem Leistungsniveau echt im Vorteil. Zugegeben, ich habe sie zuweilen beneidet, wenn sie mit diesem typischen „Klackklack“ an mir vorbei zogen.

Unterhalb der Läuferspitze (dem Berg) wurde der Weg dann wieder relativ gerade, so dass man auch wieder schneller laufen konnte. Augen auf hieß es trotzdem, denn die Steine luden zum Stolpern ein. Versteckt unter einer Zirbe sah man endlich das 5km Schild. Vor lauter Freude patschte ich direkt in eine dicke Schlammpfütze. Nun waren meine Schuhe endgültig im Eimer und durch. Egal. Die letzten Meter waren nochmal eine echte Herausforderung. Es ging steil bergauf, aber das war nicht das Schlimmste. Rechts neben dem Weg stand eine verlorene Kuh. Oben vor dem Kuhgatter standen nochmal 5 Kühe und von unten kamen drei weitere Kühe im Galopp angelaufen. Ehrlich, in dem Moment war es mir egal. Sollte doch die ganze Welt sehen, wenn mich die Kühe fressen! Haben sie glücklicherweise nicht gemacht. Sie schauten mir nur verständnislos zu. Oben lauerte schon Max, um mich zum Endspurt anzutreiben. Nach 1:09 h war ich im Ziel, Bergstation Gondelbahn.

Oben gab es warmen Tee und nette Worte. Unsere Taschen warteten schon auf uns, also schnell umziehen. Im Restaurant gönnten wir uns eine warme Suppe und Germknödel und 13:00 Uhr begann die Siegerehrung. Alle Läufer und Walker wurden genannt. Julia holte sich in ihrer Altersklasse Platz 3 und ich Platz 2 .

Okay, wenn man es genau nimmt, waren wir beide quasi die letzten beiden Frauen, aber wir sind immerhin überhaupt losgelaufen, also können wir uns auch freuen und stolz die Pokale mit nach Hause nehmen. Ingo und Max wurden in ihren Altersklassen 8. bzw. 10.

Hier gibt’s die Ergebnisse und ein paar Fotos.

Am Ende gab es noch eine Tombola für alle Teilnehmer, bei der wir Speck, Käse, eine Freikarte für die Bergbahn und ein Halstuch gewannen. Dann ging’s mit der Gondel nach unten und zu Fuß zu „Elfriede“.

Fazit: Flachlandtiroler sind keine Gämse, aber Spaß hatten wir trotzdem auf dem Berg.

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