2. Tag – Mutti bockt

Endlich gutes Wetter! Heute also die lieben „Kleinen“ etwas eher geweckt und zum Frühstück getrieben. Unser Tagesziel hieß heute Füssener Jöchle. Dabei wollten wir die Strecke des Hillclimb abwandern, die uns am Sonntag beim 14. Hillclimb Tannheimer Tal erwarten wird. Dabei wollten wir uns auch gleich die ersten beiden Stempel für unseren Wanderpass erwandern.

Wir liefen zu erst nach Grän und gingen von dort Richtung Adlerhorst. Eigentlich stapften wir mehr durch Matsch. Es hatten ja hier eine ganze Weile geregnet und gestern war der Weg wegen Baumfällarbeiten gesperrt. Dementsprechend verwüstet und schlammig sah die Strecke aus und unsere Schuhe und Hosenbeine auch. Aber wir sind ja nicht aus Zucker.

Wieder am Adlerhorst angekommen erhielten wir unseren ersten Stempel bevor es weiter nach oben ging. Bei der Gessenwangalpe, ungefähr auf halber Laufstrecke, sollte später die Verpflegung stehen. Ein wichtiger Punkt 😉

Unterwegs trafen wir eine äußerst mutige Gams, die  Menschen im Allgemeinen und Wanderer im Besonderen nicht wirklich für voll zu nehmen schien. Deswegen kamen wir sehr dicht an sie heran, hatten aber keine Zeit mehr Beweisfotos zu machen.

Da wir zwar flott wandern wollten, aber eben noch keinen Berglauf absolvierten, wurden auch die möglichen Rastplätze angetestet..

Endlich hatten wir die 5,6 km plus 700 Höhenmetern geschafft und das Füssener Jöchle (1818 m) erreicht. Hier gönnten wir uns einen Kakao und oberleckeren Kaiserschmarrn. Ohne Rosinen!

IMAG3709

Tja und dann hatten meine Lieben die grandiose Idee, noch auf die Läuferspitze aufzusteigen. Die ist ja mit 1956 m nur unwesentlich höher als das Jöchle. Laut Schild eine Gehzeit von etwa einer halben Stunde. Da es oben recht windig war, hatte ich keine Lust zu diskutieren und ergab mich meinem Schicksal. Meine Familie kennt ja meine Meinung zu Klettersteigen – früher sehr gerne, heute kann ich das alles körperlich und auch mental nicht mehr. Meine Kniegelenke wollen das nicht mehr ohne Schmerzen absolvieren und mein Kopf sendet mir Schwindelgefühle und zuweilen auch richtige Angst. Ich habe das für mich akzeptiert, meine Familie noch nicht so ganz.

Erst ging es ganz gut. Alles relativ schmal, aber machbar. Tja und dann kam die erste Kletterstelle. Die nahm ich noch hin, als ich aber auf einen Eisenhaken im Fels als einzige Übertrittmöglichkeit stieß, war bei mir Feierabend. Ich trat den Rückzug an und ließ die anderen Drei ziehen. Unterwegs meinte noch ein Kletterer zum mir, dass die schwierigen Stellen erst noch kommen würden. Unten fand ich dann noch dieses Schild, was mir offenbar absichtlich vorenthalten wurde.🤔😭

Da saß ich nun auf meiner Bank und hoffte, dass die anderen bald wieder kommen würden, denn es wurde auch schon empfindlich kalt. Irgendwann kamen sie aber doch und mussten eingestehen, dass meine Entscheidung goldrichtig war, denn der Weg war tatsächlich nicht ohne. Gelohnt hat er sich aber für die Drei trotzdem.

Zusammen stiegen wir dann noch auf den benachbarten Gamskopf. Dabei kamen wir an dem Sonnenpanoramahut vorbei. Der Hut hat einen Durchmesser von 3,70 m, ist aus Holz und im Prinzip ein Karussell. Der Gamskopf liegt auf 1870 m und hat oben ein großes Fernrohr – Panoramablickinformator genannt.

Langsam wurde es Zeit für den Abstieg. Unterm Lift durch ging es Richtung Tal, tja und da wartete die nächste Herausforderung auf mich – Kühe – mitten auf dem Wanderweg. Inzwischen habe ich meine Familie erfolgreich mit dem Kuh-Panik-Virus infiziert und sie umrunden mit mir brav großzügig alle Eutertiere 🐮. Naja, manchmal ist mein Bogen noch etwas weiter. Ich weiß ja, dass die dicken Wiederkäuer dahingehören, aber wäre schon schön, wenn die a) liegen, b) mich nicht immer so gierig anschauen und c) weit weg vom Wanderweg grasen würden.

Jedenfalls kamen wir mit unseren zwei Wanderpass- Stempeln, den zweiten bekamen wir auf der Sonnenalm am Jöchle, heil unten an. Auf dem Rückweg verliefen wir uns noch ein wenig, aber das war nicht schlimm.

So mag ich euch, hinterm Zaun und mit euch selbst beschäftigt😀

Erkenntnis des Tages von Julia: Nasses Holz ist rutschig – sogar für Max.

 

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